ATC CODE: N03AE01

Dieses Präparat ist rezeptpflichtig.

Rivotril Tropfen 2,5 mg/ml Lösung zum Einnehmen

Was ist Rivotril Tropfen und wofür wird es angewendet?

Rivotril Tropfen ist ein Arzneimittel zur Behandlung von Anfallsleiden (Epilepsien) aus der Gruppe der Benzodiazepine.

Rivotril Tropfen wird angewendet

  • zur Behandlung der Mehrheit der klinischen Formen der Epilepsie des Säuglings und des Kindes, insbesondere typischen und atypischen Petit-mal-Epilepsien, primär oder sekundär generalisierten tonisch-klonischen Krisen;
  • zur Behandlung von Epilepsien, besonders fokalen Anfällen, des Erwachsenen.

Was müssen Sie vor der Einnahme von Rivotril Tropfen beachten?

Rivotril Tropfen darf nicht eingenommen werden

  • wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegenüber dem Wirkstoff Clonazepam, anderen Benzodiazepinen oder einem der sonstigen Bestandteile von Rivotril Tropfen sind;
  • wenn Sie abhängig von Alkohol, Drogen oder Arzneimitteln sind;
  • bei schwerer krankhafter Muskelschwäche (Myasthenia gravis);
  • bei schwerer Störung der Atmung;
  • bei schwerem Leberversagen.

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Rivotril Tropfen ist erforderlich

  • bei Störungen des geordneten Zusammenwirkens von Muskelgruppen (spinalen und zerebellaren Ataxien);
  • bei akuter Vergiftung mit Alkohol, anderen Mitteln gegen Epilepsie (Antiepileptika), Schlafmitteln, Schmerzmitteln oder Arzneimitteln gegen bestimmte seelische Erkrankungen (Neuroleptika, Antidepressiva, Lithium-Präparate);
  • bei schweren Leberschäden (Leberzirrhose);
  • bei Anfällen von Atemstillstand im Schlaf (Schlafapnoe).

Rivotril Tropfen muss ebenfalls vorsichtig angewendet werden, wenn bei Ihnen die Bildung des roten Blutfarbstoffs gestört ist.

Sie sollten Rivotril Tropfen nicht gleichzeitig mit Alkohol und/oder Arzneimitteln mit dämpfender Wirkung auf das Zentralnervensystem einnehmen, da hierdurch die Wirkungen von Rivotril Tropfen möglicherweise verstärkt werden und es zu starker Beruhigung bzw. Betäubung sowie klinisch bedeutsamer Dämpfung der Herz-Kreislaufund Atemfunktion kommen kann.

In höherem Lebensalter, bei vorbestehenden Erkrankungen der Atmungsorgane (z. B. chronisch-obstruktive Lungenerkrankung), bei Vorliegen einer Lebererkrankung sowie bei gleichzeitiger Behandlung mit anderen zentralwirksamen Medikamenten oder Antikonvulsiva (Mittel gegen Krampfleiden) ist eine besonders sorgfältige individuelle Dosierung erforderlich (siehe auch weiter vorne unter „Bei Einnahme von Rivotril Tropfen mit anderen Arzneimitteln“).

Depressionen

Benzodiazepine wie Rivotril Tropfen können bei Patienten mit Depressionen oder Angstzuständen, die von Depressionen begleitet sind, unter Umständen die Krankheitszeichen verstärken, wenn keine geeignete Behandlung der Grunderkrankung mit entsprechenden Arzneimitteln (Antidepressiva) erfolgt (Suizidgefahr).

Gedächtnisstörungen

Rivotril Tropfen kann zeitlich begrenzte Gedächtnislücken (anterograde Amnesien) verursachen. Das bedeutet, dass Sie sich z. B. an Handlungen, die Sie nach der Einnahme von Rivotril Tropfen ausgeführt haben, später nicht mehr erinnern können. Dieses Risiko steigt mit der Höhe der Dosierung.

Psychische und „paradoxe“ Reaktionen

Bei der Anwendung von Benzodiazepinen kann es, insbesondere bei älteren Patienten oder Kindern, zu Sinnestäuschungen sowie zu einer Wirkungsumkehr (sogenannten „paradoxen Reaktionen" wie Unruhe, Reizbarkeit, aggressivem Verhalten, Albträumen, Sinnestäuschungen, Wahnvorstellungen, unangemessenem Verhalten und anderen Verhaltensstörungen) kommen. In solchen Fällen sollte die Behandlung mit Rivotril Tropfen beendet werden.

Eine geringe Anzahl von Patienten, die mit Antiepileptika wie Rivotril Tropfen behandelt wurden, hatten Gedanken daran, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen. Wenn Sie zu irgendeinem Zeitpunkt solche Gedanken haben, setzen Sie sich sofort mit Ihrem Arzt in Verbindung.

Abhängigkeit

Wie auch bei anderen Arzneimitteln aus der Gruppe der Benzodiazepine kann die Einnahme von Rivotril Tropfen zur Entwicklung einer körperlichen und seelischen Abhängigkeit führen. Das Risiko einer Abhängigkeit steigt mit der Dosis und der Dauer der Behandlung, es besteht jedoch bereits bei vorschriftsmäßiger Dosierung und kürzerer Behandlung.

Absetzen der Therapie/Entzugssymptome:

Wenn sich eine körperliche Abhängigkeit entwickelt hat, treten beim plötzlichen Abbruch der Behandlung Entzugserscheinungen auf. Diese können sich in Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Angst- oder Spannungszuständen, innerer Unruhe, Schlafstörungen, Verwirrtheit und Reizbarkeit äußern. In schweren Fällen können außerdem folgende Symptome auftreten:Wahrnehmungsstörungen

in Bezug auf die eigene Person oder die Umwelt, Überempfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen und körperlichem Kontakt, Taubheit und kribbelndes Gefühl in den Armen und Beinen, Sinnestäuschungen oder epileptische Anfälle. Auch beim Beenden einer kürzeren Behandlung mit Rivotril Tropfen können durch plötzliches Absetzen Angst-, Spannungs- und Erregungszustände vorübergehend auftreten. Als Begleiterscheinungen sind Stimmungswechsel, Schlafstörungen und Unruhe möglich. Deshalb wird empfohlen, die Behandlung durch schrittweise Verringerung der Dosis zu beenden.

Kinder

Rivotril Tropfen kann bei Säuglingen und Kleinkindern zu vermehrtem Speichelfluss und zu vermehrter Flüssigkeitsabsonderung in den Bronchien führen, weshalb auf die Freihaltung der Atemwege geachtet werden muss.

Bei Einnahme von Rivotril Tropfen mit anderen Arzneimitteln:

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Rivotril Tropfen kann gleichzeitig mit einem oder mehreren Arzneimitteln gegen Epilepsie angewendet werden. Bei Zugabe eines weiteren Arzneimittels soll das Ansprechen des Patienten auf die Behandlung sorgfältig überwacht werden, da Nebenwirkungen, wie z. B. Schläfrigkeit und Teilnahmslosigkeit, häufiger auftreten können. In diesem Fall muss die Dosierung jedes einzelnen Mittels angepasst werden, um den gewünschten bestmöglichen Effekt zu erzielen.

Gleichzeitig angewendete Arzneimittel, die die Aktivität bestimmter Leberenzyme erhöhen (Leberenzyminduktoren) wie Barbiturate, Hydantoine und die Antiepileptika Phenytoin, Phenobarbital, Carbamazepin und Valproat, können den Abbau von Clonazepam beschleunigen und dadurch die Wirksamkeit von Rivotril Tropfen verringern.

Clonazepam kann die Konzentrationen von Phenytoin und Primidon im Blut sowohl erhöhen als auch erniedrigen. Bei gleichzeitiger Behandlung mit Phenytoin oder mit Primidon sollten die Blutspiegel dieser Wirkstoffe deshalb kontrolliert werden.

Die Kombination von Clonazepam mit Valproinsäure kann gelegentlich zu der Ausbildung von Krampfzuständen (in Form eines Petit-mal-Status) führen.

Bei gleichzeitiger Einnahme von Rivotril Tropfen mit folgenden Arzneimitteln kann es zu einer Verstärkung der Wirkungen und zu starker Beruhigung bzw. Betäubung sowie klinisch bedeutsamer Dämpfung der Herz-Kreislauf- und Atemfunktion kommen:

  • Schlaf-, Beruhigungs-, Schmerz- und Narkosemittel;
  • Arzneimittel zur Behandlung geistig-seelischer Erkrankungen (Neuroleptika, Antidepressiva, Lithium-Präparate);
  • Mittel zur Behandlung von Anfallsleiden (Antiepileptika);
  • bestimmte Arzneimittel gegen Allergien (sedierende Antihistaminika);
  • angstlösende Mittel (Anxiolytika).

Bei der gleichzeitigen Anwendung von anderen Arzneimitteln mit Wirkung auf das zentrale Nervensystem muss die Dosierung jedes einzelnen Mittels angepasst werden, um den bestmöglichen Effekt zu erzielen.

Bei Einnahme von Rivotril Tropfen zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken:

Wenn Sie wegen einer Epilepsie mit Rivotril Tropfen behandelt werden, sollten Sie keinen Alkohol trinken, da Alkohol die Wirkung von Rivotril Tropfen verändern, den Behandlungserfolg beeinträchtigen bzw. unvorhersehbare Nebenwirkungen hervorrufen kann.

Schwangerschaft und Stillzeit

In der Schwangerschaft soll die Anwendung von Rivotril Tropfen nur nach strenger Nutzen/Risiko-Abwägung durch den behandelnden Arzt erfolgen. Wenn Sie während der Behandlung mit Rivotril Tropfen schwanger werden möchten oder vermuten, dass Sie schwanger sind, teilen Sie dies bitte umgehend Ihrem Arzt mit, damit er über die Weiterführung oder den Abbruch der Behandlung entscheiden kann. Die Behandlung mit Rivotril Tropfen sollte während der Schwangerschaft nicht ohne ärztliche Zustimmung unterbrochen werden, da ein plötzlicher Therapieabbruch bzw. eine unkontrollierte Verminderung der Dosis zu epileptischen Anfällen führen kann, die Ihnen oder dem Ungeborenen Schaden zufügen können.

Falls eine Behandlung mit Rivotril Tropfen unverzichtbar ist, sollte in der Schwangerschaft, besonders in den ersten drei Monaten, Rivotril Tropfen in der niedrigsten anfallskontrollierenden Dosis angewendet und auf eine Kombination mit anderen Antiepileptika nach Möglichkeit verzichtet werden.

Die Einnahme von Rivotril Tropfen in höherer Dosierung vor oder während der Geburt sowie eine längerfristige Anwendung in der Schwangerschaft können Zustand und Verhalten des Neugeborenen vorübergehend beeinträchtigen (u. a. Atem- und Trinkschwäche, herabgesetzte Muskelspannung und erniedrigte Körpertemperatur).

Rivotril Tropfen sollte während der Stillzeit nicht angewendet werden, da der Wirkstoff Clonazepam in die Muttermilch übergeht und dort angereichert wird. Wenn eine wiederholte Anwendung oder eine Anwendung höherer Dosen von Rivotril Tropfen erforderlich ist, muss abgestillt werden.

Fragen Sie vor der Einnahme oder Anwendung von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch kann Clonazepam das Reaktionsvermögen soweit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen erheblich beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol. Von daher sollten das Führen von Fahrzeugen, die Bedienung von Maschinen oder sonstige gefährliche Tätigkeiten ganz, zumindest jedoch während der ersten Tage der Behandlung, unterbleiben. Die Entscheidung in jedem Einzelfall trifft der behandelnde Arzt unter Berücksichtigung der individuellen Reaktion und der jeweiligen Dosierung.

Wie ist Rivotril Tropfen anzuwenden?

Die Dosierung von Rivotril Tropfen muss für Sie persönlich angepasst werden und ist abhängig von Ihrem Alter sowie davon, wie Sie auf das Arzneimittel ansprechen und wie gut Sie es vertragen.

Nehmen Sie Rivotril Tropfen immer genau nach der Anweisung des Arztes ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind!

Zur Vermeidung von Nebenwirkungen am Anfang der Behandlung ist es wichtig, mit niedrigen täglichen Dosen zu beginnen, z. B.: Säuglinge: zweimal täglich 1 Tropfen, Kleinkinder: zweimal täglich 2 Tropfen, und die Dosierung schrittweise bis zur Erreichung der notwendigen täglichen Erhaltungsdosis zu erhöhen.

Die täglichen Erhaltungsdosen sollen im Laufe von 2 bis 4 Behandlungswochen erreicht werden.

Für die Erhaltungsdosen können - in Abhängigkeit vomAlter - folgende Richtlinien gelten:

Alter Tagesdosen
Dosis in mg

Tropfen
(1 ml = 25 Tr.
1 Tr. = 0,1 mg

Säuglinge 0,5 bis 1 5 bis 10
Kleinkinder 1,5 bis 3 15 bis 30
Kinder im Schulalter 3 bis 6 30 bis 60
Erwachsene 4 bis 8 -

Die Tagesdosen sind auf 3 bis 4 Einzelgaben über den Tag zu verteilen;

sie dürfen, falls erforderlich, überschritten werden.

Art der Anwendung Rivotril Tropfen 2,5 mg/ml Lösung zum Einnehmen, sollten mit Flüssigkeit eingenommen werden.

Dauer der Anwendung Die Behandlung der Epilepsie ist in der Regel eine Langzeitbehandlung. Wie für alle Arzneimittel gegen Epilepsie gilt auch für Rivotril Tropfen, dass die Einnahme nicht plötzlich unterbrochen werden darf, sondern dass die Dosierung schrittweise abgebaut werden muss (siehe auch unter „4. WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?“).

Wenn eine größere Menge von Rivotril Tropfen eingenommen wurde als vorgesehen:

Im Falle einer Überdosierung oder Vergiftung mit Rivotril Tropfen ist in jedem Fall unverzüglich ein Arzt (z. B. Vergiftungsnotruf) um Rat zu fragen.

Symptome einer Überdosierung:

Benzodiazepine verursachen häufig Schwindel, Gangunsicherheit, Artikulationsstörungen und Augenzittern. Eine Überdosierung von Rivotril Tropfen nimmt bei alleiniger Einnahme dieses Arzneimittels nur sehr selten einen tödlichen Verlauf, sie kann jedoch zum Fehlen von Reflexen, Atemstillstand, niedrigem Blutdruck, Kreislauf- und Atemschwäche sowie zu Bewusstlosigkeit (Koma) führen. Falls Koma auftritt, dauert dieses nur wenige Stunden an; es kann aber auch, besonders bei älteren Patienten, ausgedehnter und periodisch sein. Die atemdämpfende Wirkung von Benzodiazepinen verstärkt bestehende Atemstörungen bei Patienten mit Atemwegserkrankung.

Benzodiazepine verstärken die Wirkung anderer zentralwirksamer Substanzen, einschließlich Alkohol.

Therapiemaßnahmen bei Überdosierung:

Die Vitalparameter des Patienten sind zu überwachen und unterstützende Maßnahmen entsprechend dem klinischen Bild des Patienten sind zu ergreifen. Insbesondere kann eine symptomatische Behandlung kardiorespiratorischer und zentralnervöser Wirkungen erforderlich werden.

Die Anwendung des Benzodiazepin-Antagonisten Anexate* (Wirkstoff: Flumazenil) ist nicht angezeigt bei Patienten mit Epilepsie, die Benzodiazepine zur Behandlung erhielten. Die Antagonisierung der Benzodiazepinwirkung kann bei solchen Patienten zur Auslösung von Konvulsionen führen.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann Rivotril Tropfen Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem Behandelten auftreten müssen.

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig: mehr als 1 Behandelter von 10
Häufig: 1 bis 10 Behandelte von 100
Gelegentlich: 1 bis 10 Behandelte von 1.000
Selten: 1 bis 10 Behandelte von 10.000
Sehr selten: weniger als 1 Behandelter von 10.000
Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Mögliche Nebenwirkungen:

Untersuchungen: Selten kann eine verringerte Zahl der Blutplättchen auftreten.

Störungen des Herzens: Herzversagen einschließlich Herzstillstand wurden berichtet.

Störungen des Nervensystems: Häufig können Benommenheit, Schläfrigkeit, verlängerte Reaktionszeit, verminderte Muskelspannung, Schwindel und Störungen des geordneten Zusammenwirkens von Muskelgruppen auftreten. Diese Nebenwirkungen sind im Allgemeinen vorübergehend und verschwinden meist spontan oder nach Verringerung der Dosis während der Behandlung. Sie können durch eine langsame Steigerung der Dosierung zu Behandlungsbeginn zum Teil verhindert werden. Selten wurden Kopfschmerzen berichtet. Insbesondere bei Langzeitbehandlung und bei hoher Dosierung können reversible Störungen wie verlangsamtes oder undeutliches Sprechen, Bewegungs- und Gangunsicherheit sowie Augenzittern auftreten. Zeitlich begrenzte Gedächtnislücken (anterograde Amnesien) können bei einer Behandlung mit Benzodiazepinen in therapeutischen Dosierungen auftreten. Das Risiko des Auftretens dieser Nebenwirkung steigt mit höheren Dosierungen. Anterograde Amnesien können mit unangemessenem Verhalten verbunden sein (siehe unter Abschnitt 2. „Gedächtnisstörungen“). Eine Zunahme der Anfallshäufigkeit bei bestimmten Formen der Epilepsie im Rahmen einer Langzeitbehandlung ist möglich.

Störungen der Augen: Insbesondere bei Langzeitbehandlung und bei hoher Dosierung können rückbildungsfähige Sehstörungen (Doppeltsehen) auftreten.

Störungen der Atemwege: Es kann eine Abflachung und Verlangsamung der Atmung (Atemdepression) auftreten. Diese kann bei bereits bestehender Atemnot durch verengte Atemwege und bei Patienten mit Hirnschädigungen stärker ausgeprägt sein oder wenn andere atemdepressiv wirkende Medikamente gleichzeitig angewendet wurden (siehe unter Abschnitt 2. „Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Rivotril Tropfen ist erforderlich“). Eine Atemdepression lässt sich in der Regel durch sorgfältige und individuelle Einstellung der Dosis vermeiden.

Rivotril Tropfen kann bei Säuglingen und Kleinkindern zu vermehrtem Speichelfluss und zu Bronchialhypersekretion (vermehrter Flüssigkeitsabsonderung in den Bronchien) führen, weshalb auf die Freihaltung der Atemwege geachtet werden muss.

Störungen des Magen-Darm-Trakts: Übelkeit und Schmerzen im oberen Bauchraum wurden selten berichtet.

Störungen der Nieren und Harnwege: Selten kommt es zu Harninkontinenz.

Störungen an der Haut: Selten kommt es zu Nesselsucht, Juckreiz, Ausschlag, vorübergehendem Haarausfall und Veränderungen der Hautfärbung.

Störungen am Bewegungsapparat: Häufig kann eine Muskelschwäche auftreten. Diese Nebenwirkung ist im Allgemeinen vorübergehend und verschwindet meist spontan oder nach Verringerung der Dosis während der Behandlung. Sie kann durch eine langsame Steigerung der Dosierung zu Behandlungsbeginn zum Teil verhindert werden.

Hormonstörungen: Einzelfälle einer rückbildungsfähigen, vorzeitigen Entwicklung der Geschlechtsreife bei Kindern wurden berichtet.

Verletzungen: Bei älteren Patienten wurde unter Benzodiazepin-Behandlung ein erhöhtes Risiko für Stürze und Frakturen beobachtet.

Allgemeine Störungen: Häufig können Müdigkeit und Mattigkeit auftreten. Diese Nebenwirkungen sind im Allgemeinen vorübergehend und verschwinden meist spontan oder nach Verringerung der Dosis während der Behandlung. Sie können durch eine langsame Steigerung der Dosierung zu Behandlungsbeginn zum Teil verhindert werden. Störungen des Immunsystems: Bei einer Behandlung mit Benzodiazepinen wurden allergische Reaktionen und sehr seltene Fälle von schweren allergischen Sofortreaktionen (Anaphylaxie) berichtet.

Psychiatrische Störungen: Konzentrationsstörungen, Unruhe, Verwirrtheit und Desorientierung wurden beobachtet.

Bei mit Rivotril behandelten Patienten können Depressionen auftreten, die jedoch auch mit der Grunderkrankung in Zusammenhang stehen können (siehe unter Abschnitt 2. „Depressionen“). Die folgenden sogenannten „paradoxen Reaktionen“ wurden beobachtet: Erregbarkeit, Reizbarkeit, aggressives Verhalten, Unruhe, Nervosität, Feindseligkeit, Angstzustände, Schlafstörungen, Albträume und lebhafte Träume (siehe unter Abschnitt 2. „Psychische und „paradoxe“ Reaktionen“). Selten kann ein Verlust der Libido auftreten. Clonazepam besitzt ein primäres Abhängigkeitspotenzial. Bereits bei täglicher Einnahme über wenige Wochen besteht die Gefahr einer Abhängigkeitsentwicklung (siehe unter Abschnitt 2. „Abhängigkeit“). Bei Beenden der Therapie mit Clonazepam können Absetzerscheinungen bzw. Entzugssymptome auftreten (siehe unter Abschnitt 2. „Absetzen der Therapie/Entzugssymptome“).

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

Wie ist Rivotril Tropfen aufzubewahren?

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren!

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf der Faltschachtel und dem Flaschenetikett nach „Verwendbar bis“ angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden.

Nach Anbruch der Flasche ist die Lösung wie folgt haltbar:

  • 10-ml-Flasche: 20 Tage,
  • 50 ml (5 x 10 ml): je 10-ml-Flasche 20 Tage

Aufbewahrungsbedingungen:

Nicht über 25 °C lagern! In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen. Aufrecht lagern.

Weitere Informationen

Was Rivotril Tropfen enthält:

Der Wirkstoff ist Clonazepam. 1 ml Tropfen zum Einnehmen, Lösung enthält 2,5 mg Clonazepam.

Die sonstigen Bestandteile sind Pfirsich-Aroma, 85502, Givaudan; Saccharin-Natrium 2 H2O; Essigsäure 99 %; Propylenglycol.

Wie Rivotril Tropfen aussieht und Inhalt der Packung:

Rivotril Tropfen ist eine klare, farblose bis leicht gelbliche oder grünlich-gelbe Lösung mit Pfirsichgeruch.

Rivotril Tropfen ist in Braunglasflaschen mit Tropfer und Schraubverschluss abgefüllt. Es sind Packungen mit 10 ml und 50 ml erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer und Importeur

Einfuhr, Umpackung und Vertrieb:
kohlpharma GmbH, Im Holzhau 8, 66663 Merzig

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im November 2008 BR82

Hersteller:
Kohlpharma GmbH
Auf dieser Seite finden Sie Gebrauchsinformationen für medizinische Produkte und Medikamente. Die Informationen stammen von den Produktherstellern selbst – wir haben sie lediglich zusammengetragen. Der Besuch dieser Webseite kann nicht den Arzt ersetzen.