Weitere Gebrauchsinformationen der Varianten von dilzem

ATC CODE: C08DB01

Dieses Präparat ist rezeptpflichtig.

Dilzem 90 mg Retardtablette

Was ist Dilzem 90 mg retard und wofür wird es angewendet?

Dilzem 90 mg retard ist ein Mittel zur Behandlung von Herzerkrankungen, die mit einer unzu-reichenden Sauerstoffversorgung des Herzmuskels einhergehen, sowie zur Behandlung von Bluthochdruck.

Dilzem 90 mg retard wird angewendet bei

  • Beschwerden (z. B. Schmerzen oder Engegefühl im Brustbereich) bei Zuständen mit unzureichender Sauerstoffversorgung des Herzmuskels (Angina pectoris) - bei Belastung: chronische stabile Angina pectoris (Belastungsangina) - in Ruhe: instabile Angina pectoris (Crescendo-Angina, Ruheangina) - durch Gefäßverkrampfung: vasospastische Angina pectoris (Prinzmetal-Angina, Variant-Angina)
  • Bluthochdruck.

Was müssen Sie vor der Einnahme von Dilzem 90 mg retard beachten?

Dilzem 90 mg retard darf nicht eingenommen werden,

  • wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen den Wirkstoff Diltiazemhydrochlorid oder einen der sonstigen Bestandteile von Dilzem 90 mg retard sind
  • wenn bei Ihnen höhergradige Erregungsleitungsstörungen im Herzen zwischen Sinus-knoten und Herzvorhof (SA-Block II. oder III. Grades) auftreten, es sei denn, Sie haben einen funktionierenden Herzschrittmacher
  • wenn bei Ihnen höhergradige Erregungsleitungsstörungen im Herzen zwischen Herzvor-hof und Herzkammern (AV-Block II. oder III. Grades) auftreten, es sei denn, Sie haben einen funktionierenden Herzschrittmacher
  • wenn Sie an einem Sinusknotensyndrom (Herzrhythmusstörungen infolge gestörter Funktion des Sinusknotens) leiden, z. B. verlangsamter Herzschlag auf weniger als 60 Schläge pro Minute oder im Wechsel auftretender verlangsamter oder beschleunigter Herzschlag oder Erregungsleitungsstörungen im Herzen zwischen Sinusknoten und Herzvorhof oder Ausfall der Reizbildung im Sinusknoten (Sinusbradykardie, Bradykar-die-Tachykardie-Syndrom, SA-Blockierungen oder Sinusarrest) , es sei denn, Sie haben einen funktionierenden Herzschrittmacher
  • wenn Sie einen Schock erlitten haben
  • wenn Sie einen akuten Herzinfarkt mit Komplikationen, z. B. verlangsamtem Herzschlag (Bradykardie), ausgeprägtem Blutdruckabfall (Hypotonie) oder eine Herzmuskelschwäche des linken Herzens (Linksherzinsuffizienz), erlitten haben
  • wenn Sie an einer Herzmuskelschwäche (manifeste Herzinsuffizienz) leiden
  • wenn Sie an Vorhofflimmern/-flattern (Herzrhythmusstörungen infolge einer krankhaft erhöhten Vorhoferregung) und gleichzeitigem Vorliegen eines WPW-Syndroms (anfalls-weise auftretender beschleunigter Herzschlag durch beschleunigte Erregungsleitung zwischen Herzvorhof und Herzkammer über ein zusätzlich vorhandenes Erregungs-leitungssystem) leiden: Es besteht dann ein erhöhtes Risiko für die Auslösung eines be-schleunigten Herzschlags in den Herzkammern (Kammertachykardie)
  • wenn Sie einen Ruhepuls unter 50 Schlägen pro Minute (Bradykardie) haben
  • wenn Sie schwanger sind oder stillen (siehe „Schwangerschaft und Stillzeit“)
  • wenn Sie gleichzeitig ein Arzneimittel mit dem Wirkstoff Dantrolen intravenös verab-reicht bekommen.

Hinweis:

Die gleichzeitige intravenöse Gabe von Betarezeptorenblockern sollte während der Behand-lung mit Dilzem 90 mg retard unterbleiben (siehe „Bei Einnahme von Dilzem 90 mg retard mit anderen Arzneimitteln“).

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Dilzem 90 mg retard ist erforderlich

Im Folgenden wird beschrieben, wann Sie Dilzem 90 mg retard nur unter bestimmten Bedin-gungen und nur mit besonderer Vorsicht anwenden dürfen. Befragen Sie hierzu bitte Ihren Arzt. Dies gilt auch, wenn diese Angaben bei Ihnen früher einmal zutrafen.

  • Wenn bei Ihnen leichtere Erregungsleitungsstörungen im Herzen zwischen Sinusknoten und Herzvorhof (SA-Block I. Grades, Gefahr der Verschlimmerung und selten von kom-plettem Block), zwischen Herzvorhof und Herzkammern (AV-Block I. Grades, Gefahr der Verschlimmerung und selten von komplettem Block) oder innerhalb der Herz-
  • kammern (intraventrikuläre Leitungsstörungen, z. B. Links- oder Rechtsschenkelblock) auftreten
  • Wenn Sie einen verlangsamten Herzschlag haben (Gefahr der Verschlimmerung)
  • Wenn Sie niedrigen Blutdruck (systolisch unter 90 mmHg) haben
  • Wenn Sie älter als 60 Jahre sind (die Ausscheidung von Dilzem 90 mg retard ist dann verzögert), eine vorgeschädigte Nieren haben oder an Leberfunktionsstörungen leiden (siehe „Wie ist Dilzem 90 mg retard einzunehmen?“)
  • Wenn Sie gleichzeitig mit Betarezeptorenblockern in Tablettenform behandelt werden (siehe „Wie ist Dilzem 90 mg retard einzunehmen?“).

Hinweis:

Bei gleichzeitiger Behandlung mit Dilzem 90 mg retard und Carbamazepin, Midazolam, Tri-azolam, Alfentanil, Theophyllin, Ciclosporin, Digoxin oder Digitoxin sollte vorsorglich auf Symptome einer Überdosierung dieser Arzneimittel geachtet werden (siehe „Bei Einnahme von Dilzem 90 mg retard mit anderen Arzneimitteln“).

Vor einer Vollnarkose muss der für die Narkose verantwortliche Arzt über die bestehende Therapie mit Diltiazem informiert werden, da mehrere u.a. das Herz und den Blutdruck be-treffende Körperfunktionen verstärkt beeinflusst werden können. Die Behandlung des Bluthochdruckes mit diesem Arzneimittel bedarf der regelmäßigen ärzt-lichen Kontrolle.

Ältere Menschen

Bei älteren Menschen (über 60 Jahre) muss Dilzem 90 mg retard vorsichtig dosiert werden (siehe „Wie ist Dilzem 90 mg retard einzunehmen?“).

Männer

Aufgrund von Laborexperimenten können bei längerfristiger Verabreichung von Diltiazem-hydrochlorid vorübergehende Störungen der männlichen Zeugungsfähigkeit nicht ausge-schlossen werden.

Bei Einnahme von Dilzem 90 mg retard mit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/ anwenden bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Die Wirkung nachfolgend genannter Arzneistoffe bzw. Präparategruppen kann bei gleichzei-tiger Behandlung mit Dilzem 90 mg retard beeinflusst werden. Bestimmte Mittel gegen seelische Störungen (wie Schlaf- und Beruhigungsmittel, Präparate mit dem Wirkstoff Lithium)

Verstärkung der Wirkung bis hin zu erhöhtem Nebenwirkungsrisiko von

  • anderen gleichzeitig verabreichten blutdrucksenkenden Arzneimitteln
  • Arzneimitteln, die die Herzkraft ungünstig beeinflussen, den Herzschlag verlangsamen und/oder die Erregungsleitung im Herzen (AV-Überleitung) hemmen, wie z. B. Beta-rezeptorenblocker, Arzneimittel gegen Herzrhythmusstörungen (Antiarrhythmika) oder Arzneimittel zur Erhöhung der Herzkraft (Herzglykoside: z. B. Digoxin, Digitoxin):
  • Verstärkung der Wirkung ist möglich, z. B. höhergradige Erregungsleitungsstörungen im Herzen (AV-Block), Verlangsamung des Herzschlags, verstärkte Blutdrucksenkung sowie evtl. das Auftreten einer Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz). Deshalb ist bei gleichzeitiger Anwendung von Diltiazemhydrochlorid und diesen Arznei-mitteln eine sorgfältige Überwachung des Patienten angezeigt. Betarezeptorenblocker sollten während der Behandlung mit Diltiazemhydrochlorid nicht intravenös verabreicht werden (siehe „Dilzem 90 mg retard darf nicht eingenommen werden“).
  • Arzneimitteln zur Senkung des Cholesterinspiegels (HMG-CoA-Reduktase-Hemmer, sog. Statine, wie Simvastatin, Lovastatin oder Atorvastatin). Die Blutkonzentrationen dieser Arzneimittel können durch Diltiazemhydrochlorid erhöht werden. Dadurch können die Wirkungen bzw. Nebenwirkungen dieser Arzneimittel (Statine) verstärkt werden.
  • Carbamazepin (Arzneimittel gegen Krampfanfälle des Gehirns), Alfentanil (Narkose-mittel), Theophyllin (Arzneimittel gegen Atemwegsverengung), Ciclosporin (Arzneimittel zur Verringerung von Transplantatabstoßungen, das auch in der Rheumabehandlung eingesetzt wird), Digoxin und Digitoxin (Arzneimittel zur Stärkung der Herzkraft): Die Konzentration dieser Arzneimittel im Blut kann ansteigen. Deshalb sollte vorsorglich auf die Symptome einer Überdosierung dieser Arzneimittel geachtet werden, ggf. die Konzentration dieser Arzneimittel im Blut bestimmt und, falls notwendig, eine Verringerung der Dosis des jeweiligen Wirkstoffs vorgenommen werden.
  • Rifampicin: Risiko einer Verminderung der Blutkonzentration von Diltiazem nach Einlei-tung einer Therapie mit Rifampicin. Sie sollten bei der Einleitung oder beim Absetzen einer Therapie mit Rifampicin sorgfältig überwacht werden.
  • Nitratderivate: Verstärkte blutdrucksenkende Wirkung und Schwächegefühl. Bei Ihnen sollten Nitratderivate unter Behandlung mit Diltiazem nur unter allmählicher Dosissteige-rung eingeleitet werden.
  • Eine gleichzeitige Behandlung mit Alpha-Antagonisten kann zu niedrigem Blutdruck führen oder bestehenden niedrigen Blutdruck verstärken. Die Kombination von Diltia-zem mit einem Alpha-Antagonisten sollte nur bei engmaschiger Blutdrucküberwachung in Erwägung gezogen werden.
  • Inhalationsnarkosemittel (Inhalationsanästhetika): In seltenen Fällen kann es zu einem Abfall des Blutdrucks (Hypotonie) oder einer Verlangsamung des Herzschlags (Brady-kardie) kommen.
  • Nifedipin: Diltiazemhydrochlorid vermindert die Ausscheidungsrate (Clearance) von Nifedipin. Bei gleichzeitiger Behandlung ist eine sorgfältige Überwachung der Patienten, evtl. eine Dosisreduktion von Nifedipin angezeigt.
  • Bei gleichzeitiger Gabe von Dilzem 90 mg retard und Cimetidin oder Ranitidin (Arznei-mittel gegen Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüre) kann es zu einer Verstärkung der Wirkung von Dilzem 90 mg retard kommen.

Abschwächung der Wirkung

Bei gleichzeitiger Behandlung mit Diazepam (Beruhigungsmittel) ist eine Abnahme der Kon-zentration von Dilzem 90 mg retard im Blut möglich.

Dilzem 90 mg retard sollte daher nicht zusammen mit einem der o. g. Stoffe angewendet werden, ohne dass der Arzt ausdrücklich die Anweisung gegeben hat.

Hinweise:

Nach Transplantationen besonders zu beachten: Der Plasmaspiegel von Ciclosporin kann unter gleichzeitiger Behandlung mit Dilzem 90 mg retard ansteigen. Unter einer Dauertherapie mit Ciclosporin und Diltiazemhydrochlorid (oral) ist für die Konstanthaltung des Ciclosporin-Spiegels eine Reduktion der Ciclosporin-Dosis erforderlich. Die Dosisreduktion hat individuell unter Kontrolle des Ciclosporin-Spiegels mit einer spezifischen Methode (z. B. mittels monoklonaler ntikörper) zu erfolgen.

Bei Einnahme von Dilzem 90 mg retard zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Während der Anwendung von Dilzem 90 mg retard sollen Sie möglichst keinen Alkoholtrinken.

Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen nur unzureichende Erfahrungen über eine Anwendung von Diltiazemhydrochlorid an Schwangeren vor. In zwei Fällen wurde nach der Anwendung von Diltiazemhydrochlorid im 1. Schwangerschaftsdrittel über Fehlbildungen am Herzen bei Neugeborenen berichtet. Tierstudien mit Diltiazemhydrochlorid haben eine fruchtschädigende Wirkung bei den Nach-kommen gezeigt. Daher dürfen Sie Diltiazemhydrochlorid in der Schwangerschaft nicht ein-nehmen (siehe „Dilzem 90 mg retard darf nicht eingenommen werden“). Wenn Sie im gebär-fähigen Alter sind, ist vor einer Diltiazemhydrochlorid-Behandlung eine mögliche Schwanger-schaft durch Ihren Arzt auszuschließen. Während der Behandlung mit Diltiazemhydrochlorid sollen Sie geeignete Maßnahmen zur Schwangerschaftsverhütung treffen.

Stillzeit

Da Diltiazemhydrochlorid in die Muttermilch übergeht, dürfen Sie Diltiazemhydrochlorid in der Stillzeit nicht einnehmen. Hält Ihr Arzt eine Anwendung von Diltiazemhydrochlorid in der Still-zeit für unumgänglich, müssen Sie abstillen (siehe „Dilzem90 mg retard darf nicht einge-nommen werden“).

FragenSie vor der Einnahme/Anwendung von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermö-gen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße bei Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung und Präparatewechsel sowie im Zusammenwirken mit Alkohol. Es wurden keine Studien durchgeführt.

Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von Dilzem 90 mg retard

Dieses Arzneimittel enthält Laktose. Bitte nehmen Sie Dilzem 90 mg retard daher erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglich-keit gegenüber bestimmten Zuckern leiden.

Wie ist Dilzem 90 mg retard einzunehmen?

Nehmen Sie Dilzem 90 mg retard immer genau nach der Anweisung des Arztes ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind. Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis:

Koronare Herzkrankheit

2-mal täglich 1 Retardtablette Dilzem 90 mg retard (entsprechend 180 mg Diltiazemhydro-chlorid). Bei unzureichender Wirkung kann die Dosis vom Arzt schrittweise auf maximal 4 Retardtab-letten Dilzem 90 mg retard (entsprechend 360 mg Diltiazemhydrochlorid) pro Tag erhöht werden. Bei Langzeitbehandlung und andauernder Beschwerdefreiheit wird empfohlen, dass der Arzt in Abständen von 2 bis 3 Monaten überprüft, ob die Tagesdosis reduziert werden kann.

Bluthochdruck

2-mal täglich1 Retardtablette Dilzem 90 mg retard (entsprechend 180 mg Diltiazemhydro-chlorid).

Bei unzureichender Blutdrucksenkung kann die Dosis vom Arzt schrittweise auf maximal 4 Retardtabletten Dilzem 90 mg retard (entsprechend 360 mg Diltiazemhydrochlorid) pro Tag erhöht werden.Nach Erreichen einer langfristigen, ausreichenden blutdrucksenkenden Wirkung wird emp-fohlen, dass der Arzt die Möglichkeit einer Dosisverringerung überprüft.

Hinweis:

Bei Patienten mit Leber- und/oder Nierenfunktionsstörungen sowie bei älteren Patienten muss Dilzem 90 mg retard vorsichtig dosiert werden.

Art der Anwendung

Nehmen Sie die Retardtabletten bitte unzerkaut am besten nach den Mahlzeiten mit ausrei-chend Flüssigkeit (z. B. 1 Glas Wasser) ein. Eine Dosiserhöhung darf nur auf Anweisung des Arztes erfolgen.

Eine Unterbrechung oder Änderung der Dosierung darf nur auf ärztliche Anweisung erfolgen.

Dauer der Anwendung

Die Behandlung mit Dilzem 90 mg retard ist in der Regel eine Langzeittherapie. Ein Absetzen der Therapie mit Dilzem 90 mg retard sollte besonders bei Patienten mit Angi-na pectoris nicht abrupt, sondern ausschleichend erfolgen.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von Dilzem 90 mg retard zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge Dilzem 90 mg retard eingenommen haben, als Sie sollten

Eine Überdosierung von Diltiazemhydrochlorid kann zu starkem Blutdruckabfall (Hypotonie), Verlangsamung des Herzschlages (Bradykardie), Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) und Erregungsleitungsstörungen im Herzen (AV-Block) bis zum Herz-Kreislauf-Stillstand führen.

Bei Verdacht auf eine Überdosierung mit Dilzem 90 mg retard benachrichtigen Sie bitte sofort einen Arzt/Notarzt.

Dieser kann entsprechend der Schwere der Überdosierung/Vergiftung über die gegebenen-falls erforderlichen Maßnahmen entscheiden.

Wenn Sie die Einnahme von Dilzem 90 mg retard vergessen haben

Nehmen Sie beim nächsten Mal nicht die doppelte Dosis von Dilzem 90 mg retard ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben, sondern führen Sie die Einnahme, wie in der Dosierungsanleitung beschrieben bzw. vom Arzt verordnet, fort.

Wenn Sie die Einnahme von Dilzem 90 mg retard abbrechen

Bitte unterbrechen oder beenden Sie die Behandlung mit Dilzem 90 mg retard nicht, ohne dies vorher mit Ihrem Arzt abgesprochen zu haben. Eine Beendigung der Behandlung mit Dilzem 90 mg retard sollte besonders bei Patienten mit Angina pectoris nicht abrupt, sondern ausschleichend erfolgen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann Dilzem 90 mg retard Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig: Mehr als 1 Behandelter von 10
Häufig: 1 bis 10 Behandelte von 100
Gelegentlich: 1 bis 10 Behandelte von 1.000
Selten: 1 bis 10 Behandelte von 10.000
Sehr selten: Weniger als 1 Behandelter von 10.000
Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Psychiatrische Erkrankungen

Gelegentlich: Nervosität, Schlaflosigkeit, Sinnestäuschungen (Halluzinationen), de-pressive Verstimmungszustände, Verwirrtheit, Schlafstörung Nicht bekannt: Stimmungsänderungen (einschl. Depression)

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schwindel und Schwächegefühl Nicht bekannt: Extrapyramidales Syndrom

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: Flächenhafte Hautrötung (Erythem), allergische Hautreaktionen wie Hautrötungen, Juckreiz und Hautausschläge (Exantheme) Selten: Nesselsucht (Urtikaria) Sehr selten: Schwere allergische Hautreaktionen (wie Erythema exsudativum multi-forme, Stevens-Johnson-Syndrom, epidermale Nekrolyse (Lyell-Syndrom), Lupus-erythematodes-ähnliche Hautveränderungen) Nicht bekannt: Lichtempfindlichkeit (einschl. lichenoide Keratose an den für die Sonne exponierten Hautbereichen), angioneurotisches Ödem, Ausschlag, Schwit-zen, exfoliative Dermatitis, akute exanthematöse Pustulosis, gelegentlich Erythema desquamativum mit oder ohne Fieber

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Nicht bekannt: Vergrößerung der Brustdrüse des Mannes(Gynäkomastie)

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: Verstopfung, Verdauungsbeschwerden, Magenschmerzen, Übelkeit Gelegentlich: Magen-Darm-Beschwerden (Erbrechen, Sodbrennen, Durchfall) Selten: Trockener Mund Sehr selten: Zahnfleischwucherung (Gingivahyperplasie)

Leber- und Gallenerkrankungen

Gelegentlich: Anstieg der Leberenzyme (AST, ALT, LDH, ALP, Gamma-GT und alkali-sche Phosphatase) als Zeichen einer akuten Leberschädigung Es empfiehlt sich daher, die Leberparameter in regelmäßigen Abständen zu überwachen. Nicht bekannt: Hepatitis

Herzerkrankungen

Häufig: Besonders im höheren Dosisbereich und/oder bei entsprechender Vorschä-digung des Herzens Erregungsleitungsstörungen des Herzens (AV-Block), Herzklopfen, Wasseransammlungen in den Knöcheln bzw. Beinen (Knö-chel- bzw. Beinödeme) Gelegentlich: Verlangsamung des Herzschlages (Bradykardie) Sehr selten: Besonders im höheren Dosisbereich und/oder bei entsprechender Vorschä-digung des Herzens Erregungsleitungsstörungen des Herzens (SA-Block), stärkerer Blutdruckabfall (Hypotonie), Ohnmachtsanfälle (Synkopen), Ab-nahme der vom Herzen pro Minute gepumpten Blutmenge (Herzminuten-volumenabnahme) oder Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz)

Gefäßerkrankungen

Häufig: Hautrötungen (Flush) Gelegentlich: Beim Wechsel der Körperlage auftretende Regulationsstörung des Blut-drucks (orthostatische Hypotonie) Nicht bekannt: Entzündungen der Blutgefäße (Vaskulitis einschl. leukozytoklastischer Vaskulitis)

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Sehr selten: Schwere allergische Reaktionen wie Vermehrung der Anzahl bestimmter weißer Blutkörperchen im Blut (Eosinophilie) und Lymphknotenschwellung (Lymphadenopathie) Nicht bekannt: Verminderung der Anzahl der Blutplättchen (Thrombozytopenie)

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Sehr häufig: Periphere Ödeme Häufig: Allgemeine Befindungsstörung

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Sehr selten: Potenzstörungen

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Sehr selten: Erhöhung des Blutzuckers (Hyperglykämie) Dies sollte vor allem bei Patienten mit Diabetes mellitus beachtet werden.

Gegenmaßnahmen

Sollten Sie die oben genannten Nebenwirkungen bei sich beobachten, soll Dilzem 90 mg retard nicht nochmals eingenommen werden. Benachrichtigen Sie Ihren Arzt, damit er über den Schweregrad und die gegebenenfalls erforderlichen Maßnahmen entscheiden kann.

Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

Wie ist Dilzem 90 mg retard aufzubewahren?

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren. Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und dem Blister nach „Verwendbar bis/Verw. bis“ angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Aufbewahrungsbedingungen

Nicht über 25 °C lagern.

Weitere Informationen

Was Dilzem 90 mg retard enthält

Der Wirkstoff ist Diltiazemhydrochlorid. 1 Retardtablette enthält 90 mg Diltiazemhydrochlorid.

Die sonstigen Bestandteile sind Carmellose-Natrium, Simeticon, Hypromellose, Laktose-Monohydrat, Macrogol 6000, Magnesiumstearat (Ph.Eur.), hydriertes Rizinusöl, Stearinsäure (Ph.Eur.), Talkum, Titandioxid (E 171).

Wie Dilzem 90 mg retard aussieht und Inhalt der Packung

Die Retardtablette Dilzem 90 mg retard ist weiß, rund und beidseitig gewölbt. Dilzem 90 mg retard ist in Packungen mit 30 Retardtabletten (N1) und 100 Retardtabletten (N3) erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer

PFIZER PHARMA GmbH
Linkstr. 10
10785 Berlin
Tel.: 030 / 550055-51000
Fax: 030 / 550054-10000

Hersteller

Pfizer Manufacturing Deutschland GmbH
Heinrich-Mack-Straße 35
89257 Illertissen Betriebsstätte Freiburg Mooswaldallee 1 79090 Freiburg

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im September 2011.

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