Datum der letzten Änderung:20.04.2020
ATC CODE: B03AA07

Plastufer 100 mg Weichkapseln Zur Anwendung bei Kindern ab 12 Jahren und Erwachsenen Eisen

Was ist Plastufer® 100 mg und wofür wird es angewendet?

Plastufer® 100 mg ist ein Arzneimittel gegen Erkrankungen, die durch einen Eisenmangel im Körper verursacht werden (Antianämikum).

Plastufer® 100 mg wird angewendet bei Kindern ab 12 Jahren und Erwachsenen bei Eisenmangelzuständen, vor allem Blutarmut (Eisenmangelanämie), bedingt durch

  • Mangelernährung, besonders in Phasen erhöhten Eisenbedarfs (Schwangerschaft, Wachstum)
  • vermehrten Eisenverlust (z.B. bei verstärkten Regelblutungen, Blutverlusten durch Operationen oder Unfälle, Blutspenden, Magen- und/oder Darmblutungen)
  • verminderte Eisenaufnahme in den Körper (Malabsorption), z.B. nach operativer Entfernung von Magen- oder Darmabschnitten.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Plastufer® 100 mg beachten?

Plastufer® 100 mg darf nicht eingenommen werden

  • wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen den Wirkstoff, Ponceau 4R (E124), Soja, Erdnuss oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile von Plastufer® 100 mg sind
  • wenn bei Ihnen eine Anhäufung von Eisen im Blut (erhöhte Eisenwerte, Abbau der roten Blutkörperchen) vorliegt
  • wenn bei Ihnen eine Eisenverwertungsstörung vorliegt (hervorgerufen durch verschiedene Formen der Blutarmut, so genannte Anämien)
  • wenn bei Ihnen eine Eisenunverträglichkeit vorliegt
  • wenn Sie unter Blutarmut leiden, die durch Infektionen oder Krebserkrankungen verursacht ist, sofern nicht gleichzeitig ein Eisenmangel besteht

Kinder

Für Kinder unter 12 Jahren ist Plastufer® 100 mg nicht geeignet.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bevor Sie Plastufer® 100 mg einnehmen. Falls Sie diätetische oder andere Eisensalz-Ergänzungen verwenden, müssen Sie das Risiko einer
möglichen Eisenüberdosierung beachten. Wenn Sie an vorbestehenden Entzündungen oder Geschwüren der Magen- und Darm - schleimhaut leiden, sollte der Nutzen der Behandlung sorgfältig gegen das Risiko einer Verschlimmerung der Magen-Darmerkrankung abgewogen werden. Bitte befragen Sie in diesen Fällen einen Arzt.

Kinder

Um Überdosierungen bei der Einnahme von Eisenpräparaten zu vermeiden, sollte die Dosierung bei Kindern dem Körpergewicht angepasst werden. Plastufer® 100 mg ist daher nicht für die Behandlung von Kindern unter 12 Jahren vorgesehen.

Einnahme von Plastufer® 100 mg zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel anwenden, kürzlich andere Arzneimittel angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel anzuwenden. Eisenpräparate behindern die Aufnahme gleichzeitig eingenommener Arzneistoffe wie

  • bestimmte Antibiotika (Tetrazykline und Gyrasehemmer z. B. Ciprofloxazin, Levofloxazin, Norfloxazin, Ofloxazin)
  • Penicillamin (Gegenmittel bei Metallvergiftungen; auch Arzneistoff u. a. zur Anwendung bei bestimmten Formen von Bindegewebserkrankungen)
  • Levodopa und Carbidopa (Antiparkinsonmittel)
  • Methyldopa (Arzneistoff gegen Bluthochdruck)
  • Thyroxin (Schilddrüsenmittel)
  • Zink

Folgende Präparate vermindern die Eisenaufnahme:

  • bestimmte Aluminium-, Magnesium-, Kalzium- bzw. Wismut-haltige Antazida, die bei Sodbrennen und säurebedingten Magenbeschwerden eingenommen werden
  • Colestyramin, ein Arzneistoff zur Senkung der Blutfette
  • Kalzium- und Magnesium-Ergänzungspräparate

Eisen vermindert bei gleichzeitiger Einnahme die Wirkung von Vitamin E.

Sie sollten Plastufer® 100 mg nicht innerhalb der folgenden 2 –3 Stunden nach Einnahme einer der oben genannten Substanzen einnehmen.

Einnahme von Plastufer® 100 mg zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Dieses Arzneimittel sollte nicht zusammen mit stark gerbstoffhaltigen Getränken wie Kaffee oder Tee oder mit Alkohol eingenommen werden, da diese das Eisen binden und die Eisen auf -nahme vermindern. Auch mit Milch wird Eisen schlechter aufgenommen.

Bestimmte Nahrungsbestandteile vegetarischer Kost enthalten Inhaltsstoffe (Eisenkomplexbildner wie z. B. Phosphate, Phytate, Oxalate), die eine schwerlösliche Verbindung mit Eisen bilden und damit die Eisenaufnahme hemmen. Plastufer® 100 mg sollte deshalb nicht gleichzeitig eingenommen werden.

Gebärfähigkeit, Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder
Apotheker um Rat. Eine Behandlung mit Plastufer® 100 mg sollte nur nach einer sorgfältigen Nutzen-Risiko- Abwägung und Rücksprache mit Ihrem Arzt erfolgen.

Stillzeit

Auch während der Stillzeit sollte dieses Arzneimittel nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko- Abwägung und nach Rücksprache mit Ihrem Arzt eingenommen werden.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es sind keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen erforderlich.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Die folgenden Nebenwirkungen können möglicherweise während der Behandlung auftreten

Gelegentlich (bei weniger als 1 von 100 Patienten zu erwarten)

  • Appetitlosigkeit,
  • Magendruck, Völlegefühl
  • Durchfall
  • Verstopfung

Selten (bei weniger als 1 von 1.000 Patienten zu erwarten)

  • Brechreiz
  • Erbrechen

Sehr selten (bei weniger als 1 von 10.000 Patienten zu erwarten)

  • Überempfindlichkeitsreaktionen

Hinweis:

Die genannten Magen-Darm-Störungen können möglicherweise durch die Einnahme während der Mahlzeit verringert oder behoben werden. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die Eisenaufnahme durch die gleichzeitige Aufnahme mit der Nahrung vermindert werden kann. Die während der Behandlung auftretende Dunkelfärbung des Stuhls ist ohne Bedeutung.

Andere mögliche Nebenwirkungen:

Der in diesem Arzneimittel enthaltene sonstige Bestandteil Ponceau 4R (E124) kann allergische Reaktionen hervorrufen.

Die in diesem Arzneimittel enthaltenen sonstigen Bestandteile hydriertes Sojaöl und Phospholipide aus Sojabohnen können sehr selten allergische Reaktionen hervorrufen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn

Webseite: www.bfarm.de

anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

Wie ist Plastufer® 100 mg aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und dem Blister nach <Verwendbar bis> angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den
letzten Tag des Monats.

Nicht über 25°C lagern. Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Plastufer® 100 mg enthält

Der Wirkstoff ist getrocknetes Eisen(II)-sulfat. Jede Weichkapsel enthält 302,3 - 316,3 mg getrocknetes Eisen(II)-sulfat, entsprechend 100 mg zweiwertigem Eisen. Die sonstigen Bestandteile sind: Raffiniertes Rapsöl, gelbes Wachs, hydriertes Sojaöl, partiell hydrierte Pflanzenöle, Phospholipide aus Sojabohnen, Glycerol, Gelatine, Ponceau 4R (E 124), Titandioxid (E 171), Eisen(II, III)-oxid (E 172).

Wie Plastufer® 100 mg aussieht und Inhalt der Packung

Die Weichkapseln haben eine weinrote Farbe und sind in Packungen mit jeweils 50 oder 100 Weichkapseln erhältlich.

Hinweis: Auf der Oberfläche der Weichkapseln kann sich ein Flüssigkeitsfilm bilden, der an den Berührungsstellen auch durch die Blisterfolie sichtbar wird. Dieser Feuchtigkeitsfilm ist normal
und beeinträchtigt die Qualität des Arzneimittels in keiner Weise.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

MEDA Pharma GmbH & Co. KG
Benzstr. 1
D – 61352 Bad Homburg
Tel.: (06172) 888-01
Fax: (06172) 888-2740
Email: medinfo@medapharma.de

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Juli 2013.

 

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